Swarovski_Thomas Unterlechner Instandhaltungskonferenz

Interview: Wie die Instandhaltung die Produktion von Swarovski wandelt

24. Juli 2017 | von Sassy Dankl

Auch in diesem Jahr erwarten Sie wieder spannende Vorträge und Praxisberichte bei der mittlerweile 4. Instandhaltungskonferenz am 7. November 2017 in den voestalpine Stahlwelten in Linz. In der ‚Factory‘ findet sich schon vorab ein Interview mit unserem Kunden, Thomas Unterlechner, Leiter der Sparte Maschinenbau bei D. Swarovski.

 

 

FACTORY: Früher galt die D. Swarovski KG als Einzelkämpfer, heute öffnet sich das Unternehmen merklich gegenüber Partnern und Zulieferern. Herr Unterlechner, was spüren Sie von diesem Kulturwandel?

Thomas Unterlechner: Ich denke, dass das Thema Industrie 4.0 dazu beiträgt, dass sich Swarovski mehr öffnet. Wir entwickeln, fertigen, montieren und reparieren nicht mehr, wie früher alles selber, sondern holen uns bewusst Partner an Bord. Heute konzentrieren wir uns viel mehr auf unsere Kernkompetenzen.

Interessant ist, dass Sie einer der wenigen Betriebe sind, wo der Begriff „Industrie 4.0“ noch nicht verpönt ist.

Unterlechner: Warum auch? Dieser Begriff öffnet uns sehr viele Türen, vor allem intern. Fällt dieses Wort im Rahmen eines Projektes, ziehen alle an einem Strang. Keiner fällt in alte Verhaltensmuster und legt sich quer.

Weil die Geschäftsführung hier eine klare Richtung vorgibt?

Unterlechner: Richtig, unserer Geschäftsführung liegt das Thema Industrie 4.0 sehr am Herzen. Dadurch hat sich unsere Unternehmenskultur maßgeblich verändert.

Kann man sagen, dass die Instandhaltung bei Swarovski Treiber für Industrie 4.0 war?

Unterlechner: Ja, das war sie definitiv – mitunter sogar der Auslöser für den neuen Weg. Als wir 2011 damit begonnen haben, eine zentrale Instandhaltungsorganisation aufzubauen, ergaben sich daraus weitere Projekte …

… die Swarovski heute unter „Operation goes Industry 4.0“ zusammenfasst?

Unterlechner: Genau. Alles, wir was im Zuge dieser neuen Projekte im Bereich PLM und ERP gestartet haben, wurde richtungsweisend für unsere neue Ausrichtung und Zusammenarbeit.

War also die Instandhaltung früher von einer Inselkultur geprägt?

Unterlechner: Vor 2011 hatte jede unserer Produktionsabteilungen ihr eigenes Instandhaltungspersonal bzw. wurde von Maschinenbau- und Fluidtechnikern, Elektronikern, usw. aus den verschiedensten Bereichen unterstützt. Jetzt haben wir das zu einer Abteilung zusammengefasst.

 

Titelbild: (c) Swarovski/ Reinhard Rovara
Fotos Rückblick: (c) Factory

 

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